
In Oberursel-Stierstadt gibt es ein Haus, das alle nur „die Kommune“ nennen. Timo wohnt dort, und eigentlich wohnen alle anderen irgendwie mit: Im Sommer kommt ständig jemand vorbei, Nachbarn, Freunde, Familie, alt und jung. Es wird gegrillt, gelacht, und meistens wird es irgendwann Musik. Samuel holt die Gitarre, Boris singt. Boris singt übrigens nicht nur im Garten: Als Elvis-Imitator stand er schon im Fernsehen.
Pizza gab es hier schon immer
In unserer Familie gehört Pizza dazu wie der Grill zum Sommer. Gebacken hat sie immer Timo. Timo kocht mit Leidenschaft, jeden Tag und für jeden. Sogar seine beiden Katzen bekommen bei ihm frisch gekocht. Die eine ist sehr schüchtern, die andere umso weniger: Margherita, unsere Glückskatze, die grundsätzlich alles besser weiß.
„Nicht gut genug“
Lange lief es so: Pizzastein auf den Grill, Pizza drauf, Pizza weg. Kaum lag eine auf dem Tisch, war sie schon verschwunden. Alle waren glücklich. Alle außer Timo. Mal war ihm der Boden nicht knusprig genug, mal der Rand nicht luftig genug. Wir haben ihm oft gesagt, dass sie perfekt ist. Geglaubt hat er es uns nie.
Der Abend mit dem Ofen
Im Frühjahr 2026 stand dann plötzlich ein neuer Ofen auf der Terrasse: ein elektrischer Pizzaofen, der bis 500 °C heiß wird und die Pizza auf einem drehenden Stein backt. Timo hat nicht viel erklärt, nur eingeladen: Pizza-Abend in der Kommune. Wir standen alle um den Ofen herum wie bei einem Raketenstart. Papa wollte als Erstes wissen, was der Ofen gekostet hat. Eine Antwort hat er bis heute nicht bekommen.
Dann kam die erste Pizza raus. Der Rand luftig, der Boden dünn und knusprig, Tomate, Mozzarella, Basilikum, sonst nichts. Für ein paar Sekunden war es am Tisch ganz still. Das passiert bei uns selten.
Seitdem ist der Ofen bei jedem Abend in der Kommune dabei. Und Timo? Wenn man ihn fragt, ob die Pizza jetzt gut genug ist, sagt er: „Fast.“
Wie aus diesen Abenden ein Pizzastand wurde, erzählen wir im nächsten Beitrag.


